Bücher fordern heraus

Vielleicht habe ich vor 25 Jahren deshalb entschieden einen Ort zu gründen, an dem man auch herausgefordert werden wird. Bücher lassen uns nicht unberührt und es gibt wohl nichts gefährlicheres auf dieser Welt wie Bücher. Wagt man einen Blick auf unsere Geschichte, dann stellen wir fest, das es Worte waren vor denen sich die Machthaber dieser Welt am meisten gefürchtet haben. Denn gegen Worte lässt sich sehr schwer mit Gewalt vorgehen. Die Gedanken die durch Wörter entstehen sind bekanntlich frei und Freiheit kann mann auf Dauer nicht unterdrücken.

Literatur, die wir auch im Nachhinein als gross und bedeutend empfinden, wühlt uns auf, lässt uns an allem und jedem zweifeln, bringt unsere Anschauung von der Welt ins Wanken und lässt keinen Stein auf dem anderen. Wer – nennen wir ein paar Namen – Zeh, Büchner, Emily Brontë, Edwards, Tolkien, Hüter, Camus, Dürrenmatt, Drucker, Bonhoeffer, Lewis, Duras, Luther, Pascal oder Handke liest, nimmt auf keinem Ruhekissen Platz und wird nicht mit Trostpflastern versorgt.

So werden Bücher in diesen Wochen und Monaten immer wichtiger, denn sie regen unseren Geist an, wecken unser Gewissen und fordern uns auf unseren Standpunkt und unsere Meinung zu formulieren. Je chaotischer eine Situation wird, desto wichtiger wird es für jeden von uns, unsere Stimme zu finden und sie zu erheben. Wir müssen uns mit dem Zeitgeist, den Herausforderungen auseinandersetzen und Dinge hinterfragen. Wir müssen unser Handeln auf den Prüfstein stellen und uns fragen was die Wahrheit ist. Auch wenn wir sie nicht gleich erkennen und es fast unmöglich scheint, dürfen wir nicht zurückschrecken und unserem Schicksal ergeben. Es ist unsere Verantwortung die Welt zu gestalten in der wir und unsere Kinder morgen leben wollen.